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Cainus Welt - Die Woche der Entscheidungen

Seid gegrüßt

Meine Woche bis jetzt:

Montag: Von morgens um 8 bis abends um 8 arbeiten. Findet mal am Alex die Karl-Marx-Allee, ohne jemanden zu fragen. Da dort anscheinend keine Straßenschilder existieren oder diese sich vor mir verstecken(vermutlich in den ganzen Baustellen), war dies für mich ein Ding der Unmöglichkeit. Selbst mit 3-maligem Nachfragen hab ich noch viel zu lange gebraucht. Trotzdem war ich pünktlich. Ich sollte auf den Parkplatz aufpassen, der für Dreharbeiten von „The Bourne Ultimatum“ gesperrt wurde. Dort standen die ganzen russischen Autos rum, die für den Film gebraucht wurden und ich sollte dafür sorgen, dass niemand anderes dort parkt. Und ich machte meine Sache sehr gut. Bis auf eine einzige Person hat keiner es geschafft, sein Auto unbemerkt dort abzustellen. Und weil diese Person so dreist war sich hinzustellen, abzuschließen und wegzurennen bevor ich bei ihm war, entschied ich das Auto kurzerhand abschleppen zu lassen(es war nämlich ersichtlich, dass er nicht zur Crew gehörte).
Das wird teuer^^
Um 16:00 Uhr kam zum ersten Mal eine Ablösung bei mir vorbei, sodass ich auch mal Pause machen konnte. Eine halbe Stunde sitzen und den Cateringwagen leerfuttern. Kaum war ich wieder da, sagte mein Kollege(der mich eigentlich unterstützen sollte an dieser Position, der Parkplatz war immerhin so lang wie ein großer Häuserblock), er möchte sich nur kurz einen Kaffee holen…
…ich sah ihn nie wieder…

Um 18:30 Uhr spürte ich zum ersten Mal Schmerzen in meinem rechten Fuß, vielmehr am vorletzten kleinen Zeh, doch lief ich ungehindert weiter auf und abwärts. Das Lächeln im Gesicht wurde zusehends zu einem Schmerzgrinsen. Um 20:00 Uhr, ein Glück kam meine Ablösung pünktlich, torkelte ich dann zur U-Bahn. Zu Hause sah ich dann das Ausmaß des Unglücks. Ich hatte am selben Zeh oben und unten eine dicke Blase. Problematisch war, dass ich am nächsten Tag zur Musterung musste. Überlegend ging ich schlafen.
Dienstag: Mein zweiter Musterungstermin stand an. In der Hoffnung, dieses Mal auch ranzukommen, zerschnitt ich die beiden Blasen am Zeh, sodass ich einigermaßen laufen konnte und packte den Rucksack. Bevor ich losging leerte ich meine Blase noch einmal.
Ein Fehler…

Dort angekommen(viel zu früh) kam ich auch sofort dran. Nach einem kurzen Gespräch(laber laber) wurde ich in den Umkleideraum geschickt, auf dass ich mich dann den ärztlichen Untersuchungen hinzugeben hatte.
Die Aufgabe: Pissen sie in den Becher. Pissen sie nicht daneben oder darunter und schon gar nicht auf die Hand. Pissen sie wenigstens einen Strich voll, sodass wir ihre Pisse auswerten können oder verpissen sie sich.
Das ich vor dem Besuch auf die Toilette gegangen bin war nun mein Verhängnis. Nach 10 min kam ich enttäuscht und ein wenig beschämt aus der Toilette, den Becher in seinem Originalzustand, trocken wie Staub. Nicht einen Tropfen habe ich herauswürgen können. Nicht mit laufendem Wasser im Hintergrund noch mit irgendwelchen anderen Tricks die gelegentlich nötig sind.
Danach wurde ich gewogen und meine Größe gemessen, 60kg und 178cm sind dabei rausgekommen. Die Ärztin sagte mir, ich solle die Urinprobe nachher erneut versuchen. In weiser Voraussicht hatte ich ja 1 l Cola dabei. Ich biss also die Zähne zusammen und trank den Liter in drei Schüben hintereinander aus(was sich mit zusammengebissenen Zähnen als äußerst schwierig erwies).

Kaum im Warteraum angekommen hieß es dann, ich möge zu Labor 4 gehen.
Dort erklärte mir die Frau, bevor ich überhaupt richtig saß, dass ich ausgemustert wurde. Gründe dafür waren zum einen mein Hashimoto-Syndrom (der Fachausdruck für die Schilddrüsenunterfunktion), sowie zum anderen die Autoimmunkrankheit, wegen der ich ne Woche im Krankenhaus lag. Nach meinen Allergien und meiner Sehstärke haben sie schon gar nicht mehr gefragt.
Das war es, ich durfte gehen. Über meine weiteren Verlauf wurde entschieden, während ich Cola trank. Und man, musste ich danach aufs Klo...

Auf dem Weg raus habe ich dann noch jemanden getroffen, den das gleiche Schicksal ereilte, der Grund für ihn war, dass er 20 Kg übergewicht hatte…
Und da heißt es immer, es sei so furchtbar schwer, ausgemustert zu werden. Ich mache mir nur Gedanken, ob ich nun nicht doch Probleme bekomme, wenn ich mich beim Zoll bewerben will...

Mittwoch: Ich war erst um 1 im Bett und musste um 5 wieder aufstehen, weil ich erneut eine 12-Stunden-Schicht vor mir hatte. Ich hielt wache am Bahnhof Lichtenberg, wo ebenfalls für The Bourne Ultimatum gedreht wurde. Glücklicherweise war ich dick angezogen, sonst wäre ich an diesem Tag irgendwann am Boden festgefroren. Die meiste Zeit versteckte ich mich im Windschatten des Ansagehäuschens vor dem Sturm, der an mir vorbei zog und lauschte den überaus lustigen Gesprächen meiner Mitarbeiter. Ein paar Beispiele:
MA1: MA2 für MA1
MA2: MA2 hört
MA1: MA2 für MA1 bitte!
MA2: Höre!!
MA1: MA2 für MA1
MA2: Ich komme jetzt zu dir, damit du verstehst, was ich sage
MA1: Was?
MA2: Ich sagte, ich komme jetzt zu dir!
MA1: Wieso willst du zu mir? Hast du Sehnsucht?
MA2: Nein, aber du verstehst mich ja offensichtlich nicht an meiner derzeitigen Position
MA1: Wiederholen bitte, ich habe kein Wort verstanden, nur KRZHRRKRZ

Oder folgendes: (man bemerke hierbei, MA2 und MA3 stehen nebeneinander!!!!)

MA1: MA2 für MA1
MA2: Höre
MA1: Ich hasse diese Funkverbindung….wer ist denn in seiner Nähe…
MA2: Höre immer noch…
MA1: MA3 für MA1
MA3: Höre
MA1: Frag bitte mal MA2, ob sein Akku noch genügend Saft hat oder ob sein Funkgerät nicht mehr in Ordnung ist.
MA3: MA2 für MA3
MA2: MA2 hört.
MA3: Ich soll dich von MA1 fragen, ob mit deinem Funk noch alles in Ordnung ist, oder ob du einen neuen Akku brauchst.
MA2: Du kannst ihm sagen, dass alles in Ordnung ist mit dem Gerät, ich jedoch gerne einen neuen Akku hätte, für später.
MA3: MA1 für MA3
MA1: höre
MA3: MA2 sagt, sein Funkgerät ist in Ordnung, er möchte nur für nachher ein neues Akku haben
MA1: Okay, sag ihm bitte, dass er sein Akku im Laufe der nächsten halben Stunde erhält.
MA3: MA2 für MA3
MA2: Höre
MA3: Du erhältst innerhalb der nächsten halben Stunde deinen gewünschten Akku.
MA2: Danke

Oder was MA1(unser Chef) mit mir abgezogen hat:

MA1: Cainu für MA1
Cainu: Höre
MA1: Wie geht es dir?
Cainu: Mir geht es sehr gut, danke der Nachfrage.
MA1: In deiner Nähe müssten irgendwo eine MA2 oder ein MA3 stehen. Könntest du bitte mit Ihnen Kontakt aufnehmen?
Cainu: Warum fragst du sie nicht selbst?
MA1: Sie sind außerhalb meiner Funkreichweite. Denk doch mal mit.
Cainu: Okay, in Zukunft denke ich mit. Ich denke gerade, du könntest auch einfach in ihre Nähe gehen und sie dann fragen.
MA1: Gut, lass das denken und frag lieber!
Cainu: MA2 oder MA3 für Cainu
MA3: Wir hören
Cainu: Ich soll euch eine Nachricht von MA1 überbringen, weiß aber leider nicht was. Das wollte er mir verheimlichen.
Cainu: MA1 für Cainu, was sollte ich sie denn fragen?
MA1: Du solltest sie fragen, ob es Ihnen gut geht.
Cainu: MA3 für Cainu
MA3: Höre
Cainu: Ich sollte euch fragen, ob es euch gut geht.
MA3: Uns geht es gut. Warum fragt er uns denn nicht selbst?
Cainu: Weil ihr außerhalb seiner Funkreichweite seid. Denkt doch mal mit.
MA2: Und warum begibt er dann sich nicht in unsere Nähe?

Im Endeffekt waren natürlich alle in jedermanns Reichweite, sodass wir uns tierisch darüber amüsiert haben. Solche kleinen Gespräche lockerten die allgemeine Arbeitssituation erheblich und ließen einen die 12 Stunden arbeit nur wie 11 ½ erscheinen.
Apropos 11. Um 11 Uhr war mir kalt, ich war alleine und irgendwie war ich geil. Das ist eine beschissene Kombination, denn man kommt auf alle möglichen dummen Gedanken. So kam ich also auf die Idee, einfach mal Alina(meiner Ex) eine SMS zu schreiben. Ganz unverfänglich und ohne Hintergedanken versteht sich, was sie gerade mache und ob sie am Abend zeit hat. Nach ein paar SMS kamen wir zum Schluss, dass wir uns am Abend trafen.
Gesagt, getan.

Gemeinsam fuhren wir also zu ihr, während wir uns über alles mögliche unterhielten, was mich sehr erstaunte, weil sie normalerweise die absolute Maulfaulheit war. Unterwegs könnte ich mir noch ein Feierabendbierchen und bei ihr schauten wir uns Jackie Chan an. Währenddessen stieg meine Müdigkeit sowie meine Geilheit ins unermessliche und hätte ich nicht angefangen zu kuscheln, ich wäre gnadenlos eingepennt, was ich ja vermeiden wollte. Sie stieg auch sofort auf das Kuscheln ein, bis Coco mir eine SMS schrieb. Ihm ginge es nicht so gut, ob wir reden könnten. Ich rief zurück und fragte, was los sei und machte einen Termin für den nächsten Morgen aus. So legte ich mich wieder zu Alina aufs Bett….
…den Rest könnt ihr euch denken.
Seit langem hatte ich mit diesem Gedanken gespielt, meist, wenn ich gerade wieder beim Taschenbillard spielen war, ob ich sie nicht einfach frage, ob sie noch einmal Lust hätte, doch hatte ich immer ein furchtbar schlechtes Gewissen, weil ich ja an sich nichts von ihr wollte außer diesen Spaß. Nun hatte ich aber mal alles auf eine Karte gesetzt und entschieden: „Entweder sie sagt nein und redet nie wieder ein Wort mit mir, dann ist das halt Pech, oder sie spielt mit.“
Interessanterweise war ihr meine Absicht klar, seit ich sie gefragt hatte, ob sie Zeit hat. Sie hätte also gleich am Anfang nein sagen können, hätte es sie gestört. Darum bereue ich diese Tat auch nicht, sondern bin froh, dieses unglaublich gute Gefühl mal wieder erlebt zu haben. Ob sich das nun wieder häuft, weiß ich nicht, aber das letzte Mal war es bestimmt nicht mit ihr.
Und nach der Kopulation fuhr ich nach Hause, da ich hundemüde war und bei ihr nicht hätte schlafen können.

Donnerstag: Ja, Coco tanzte ziemlich früh hier an, wir redeten über alles mögliche, was ihn so bedrückte, bis ich seine Laune wieder auf einem humanen Level hatte, dann zockte ich ein wenig Metal Gear Solid für den GameCube, während er zuschaute. Inzwischen bin ich wieder richtig gut in dem Spiel, wo ich am Anfang so jämmerlich versagt hatte. Dann meldete sich Ricky bei ihm per SMS und fragte, ob sie auch noch vorbeischauen könnte. Da ich Coco aber eh rausschmeißen wollte, sagte ich nein. Coco machte sich dann auch ziemlich gleich auf den Weg zu ihr, sodass ich in Ruhe an diesem Blog hätte schreiben können, wenn ich nicht durch ein Telefonat, meine Mutter und unsagbaren Hunger ständig unterbrochen worden wäre.
Darum ist es jetzt auch spät und ich höre auf zu schreiben. Stattdessen spiele ich lieber MGS durch, habe ich so entschieden.^^

Gehabt euch wohl
Cainu
1.2.07 18:34
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Tini - BöseSeite / Website (1.2.07 19:53)
das erste was mir eingefallen war als ich zu ende gelesen hatte: Du spinnst XD
es tut mir leid, soll nich böse klingen und ich hab auch keine ahnung wieso mir das eingefallen ist ^^

ich musste sehr lachen über das mitarbeiter gespräch wo du MA2 und MA3 fragen solltest wie es ihnen geht.

du hast ein glück das du nich in den becher pissen musstest (oder musstest du es dann doch noch?) aber männer habens da wahrscheinlich eh leichter als Frauen.

und da ich immer noch kopfweh hab und das was ich gerade denken ganz sicher nicht aufschreiben werden endet mein kommi mal wieder ^^


Sato (6.2.07 20:40)
ja ja der trieb ist einfach stärker als der kopf :P

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