stAlucards eyes
Fantasy - Das wahre Paradies

Schillernde, kräftige Farben bahnen sich den Weg in meine Augen. Strahlend blauer Himmel, saftig grüne Blätter an den Bäumen, Sträuchern und Wiesen, voll mit gesunden Grashalmen, die sich gen Sonne strecken. Eine angenehme Wärme erfasst meinen Körper und lässt eine wohlige Gänsehaut entstehen. Langsam gehe ich voran, den Windungen des steinernen Weges folgend, hinab zum kleinen Bach mit dem glasklaren Wasser und den niedlichen Fischen in ihrer ganzen Farbenpracht. Auf der Wiese sitzt ein gutaussehender Mann und meditiert. Mein Weg führt mich über eine mit kunstvollen Schnitzereien verzierte Holzbrücke. Eine eifrige Spinne bastelt gerade an ihrem sorgfältig geplanten Netz, welches sie zwischen zwei Streben des Brückengeländers spinnt. Als sie mich bemerkt hält sie kurz inne und verkriecht sich in ein kleines Loch im Holz, lässt nur zwei Beinchen rausgucken. Ich gehe weiter und gelange an ein Feld mit einer Vielzahl von Blumen, bunt, in voller Blüte und duftend in den schönsten Gerüchen. Ich setze mich auf eine Holzbank vor dem Feld, entspanne ein wenig und genieße den Blick auf das Feld. Die Bank steht unter einem wunderschönen, schattenspendenden Apfelbaum, dessen Früchte so unglaublich saftig aussehen, dass man am liebsten gleich einen essen möchte. Auch von ihnen geht Appetit anregender Duft aus.
An mir läuft ein altes Pärchen Hand in Hand vorbei, voller Elan und Liebe zueinander. Sie tragen vielfarbige Hemden und bequem aussehende Schuhe und grüßen mich freundlich, während sie vorbeiziehen und vor Freude lachen. Der Ort scheint so schön, so voll von Liebe und Leben und….

…so furchtbar langweilig! Genervt von dem Anblick und hungrig stehe ich auf und trete gegen den Baum. Ein Apfel fällt mir direkt in die Hand. Genüsslich beiße ich hinein. Im selben Augenblick springen ein paar Jugendliche in angeranzten Klamotten hinter dem Baum hervor, einen Fußball unter dem Arm und stürmen auf das Blumenfeld, treten mit ihren Füßen die Blüten ab, knicken die Stängel und Blätter der Pflanzen mit dem Ball und reißen mutwillig welche heraus, um besser Spielen zu können. Der Himmel bewölkt sich schlagartig und all der Farbe um mich herum entweicht das Leben. Der eben noch glasklare Bach ist nun ein trüber, von Algen durchwachsener Fluss, in dem kein einziger Fisch zu leben vermag. Die Sonne verschwindet hinter den Wolken und es fängt leise an zu regnen. Ich stehe auf dem Weg und schaue mir die mit Rissen durchzogene Betonbrücke an, welche über den Bach führt. Von hinten ertönt ein „Aus dem Weg, Arschloch“, während sich eine alte Frau in grauem Mantel, mit weißen gelockten Haaren und Gehstock an mir vorbei drängelt. Die Unlust am Leben steht ihr ins Gesicht geschrieben. Einer der jugendlichen Fußballspieler kommt zu mir herüber und droht mir, mich aufzuschlitzen, würde ich ihm nicht sofort all mein Geld geben. Ich schaue ihm tief in seine gierigen, hasserfüllten Augen und haue ihm mit aller Wucht ins Gesicht, dass seine Nase blutet. Während er umfällt renne ich über die Brücke, die inzwischen von den anderen Kindern mit Graffitis verunstaltet wird.
Die Wiese, an der ich vorbeikomme ist über und über mit Hundehaufen, vertrockneten Stellen und aufgewühltem Erdreich. Mitten auf ihr sitzt ein alter Mann mit einem Bier in der Hand, verdreckter Kleidung und ungepflegtem Äußeren und fordert ein bisschen Kleingeld.
Alles, was einst schön war, scheint verloren und verdrängt von Gewalt und Ignoranz.
Hier fühle ich mich wohl. Hier bin ich zu Hause.
24.1.07 14:40
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Tini - BöseSeite / Website (24.1.07 17:25)
die szene wenn er (vielleicht du?) gegen den baum tritt find ich irgendwie sehr lustig, ich musste jedenfalls lachen als dieser übergang von wunder schöne bunte welt in die normale welt überging XD

es passiert ja nicht wirklich viel in der story es ist eher ein kurzgeschichte als anderes aber dennoch gut getroffen und sehr überraschend, ich hät echt gedacht das geht jetzt so weiter mit dieser wunder schönen welt und nimmt nich plötzlich sone wende ^^

für mich persönlich hast du eigentlich so gut wie den perfekten schreibstil weil man es sich irgendwie richtig gut vorstellen kann wie man zum Beispiel diesen weg entlang geht an dem Fluß vorbei mit den wunderschönen fischen usw.

ansonsten find ich bei der szene wo der (oder halt du) dem eine rein schlägst das wort etwas unpassend "...und haue ihm mit aller Wucht ins Gesicht..." wieso hast du nich "...und schlage ihm mit alle Wucht..." geschrieben? nu ja ok ich glaub das is auch alles was ich so an kritik schreiben wollte ^^

bis zu deinem nächsten eintrag


sato (25.1.07 08:41)
soll ich jetzt schreiben, was ich verbessern würde und so??
ich mache es mal nicht.
ich finde die kurzgeschichte wirklich sehr gelungen und irgenwie hat mich all das an meien lieblingscharakter erinnert. du hast einen schönen schreibstil, wie tini schon meinte, nur an einigen stellen hätte ich dinge anderes geschrieben. ansonsten ein großes lob an dich.

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