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Fantasy - Eisland

Diese Geschichte hier habe ich vor laaaanger Zeit mal geschrieben, als ich das noch regelmäßiger tat^^ Ich persönlich bin stolz auf das Werk, weil es eine der wenigen Geschichten ist, die ich mal beendet habe und die man auch irgendwie versteht^^ Der einfachheit halber hab ich das 1. Kapitel VOR die anderen geschoben, also einfach runterscrollen^^ Viel spaß

Eisland 1

13:24 Uhr. Es gab nur einen Tag im Jahr, an dem es in den Schulen um diese Uhrzeit so still war. Nicht einmal der Lehrer sprach und alle starrten gespannt auf den Sekundenzeiger, der unter der Last der Blicke Rückwärts zu laufen schien. Noch 10 Sekunden, dann hatten sie es geschafft. Dann konnte ihnen kein Lehrer der Welt mehr etwas anhaben, nicht für die nächsten 6 Wochen. Gemeinsam zählten die Schüler die Sekunden bis zum endgültigen Klingeln. „5. 4. 3.2.1.“ Die Klingel ertönte. Nun gab es kein Halten mehr. Alle Schüler schrieen lauthals „FERIEN!!!“ und packten ihre Sachen ein. Der Lehrer war der erste, der die Klasse mit einem „schöne Ferien“ verließ, dicht gefolgt von rund 40 Schülern. Nur einer ließ sich ganz gemütlich Zeit. Kenichi Graves, 17 Jahre Alt und seit einer halben Stunde im besitz eines Satzes, wie ihn nur 5 andere in der Klasse hatten: Nicht versetzt in die Klasse 11. Zu Hause würde ihn niemand erwarten, seine Noten waren die miesesten seit Jahren und er wusste jetzt schon, dass er dreiviertel Zeit der Ferien mit lernen verbringen durfte. Sein Schwertkampftraining konnte er demnach auch vergessen. Aber das brauchte er eh nicht mehr, denn er war der mit Abstand beste Schüler. Wenn ein Turnier stattfand, stand von vornherein fest, wer es gewinnen würde. Wahrscheinlich war er deshalb sitzen geblieben, denn das Kämpfen mit dem Schwert war alles, woran er denken konnte. Er träumte davon, wie er eines Tages durch die Länder streifte und den Gesetzesbrechern zeigte, was sie davon hatten, wenn er sie in Stücke schlug. Er setzte sich zurück auf den Stuhl und dachte darüber nach, wie er seinen Eltern sein Missglücktes Zeugnis am besten mitteilen konnte. „Kommst du endlich?!“, riss ihn eine vertraute Stimme aus seinen Gedanken. „Tima, ich dachte, du wärst schon längst gegangen?“, sagte er sichtlich verwundert. „Glaubst du, ich würde dich in solch einer schwierigen Situation alleine lassen? Mir geht’s schließlich nicht besser!“ Da hatte sie Recht. Auch sie hatte dieses Schuljahr nicht erfolgreich abgeschlossen. Sie gab ihm einen Kuss und fragte, ob er mit ihr Eis essen gehen wollte. Er nickte zufrieden und seine Gedanken an Schule verflogen so schnell wie bei all den anderen. Immerhin waren Ferien. Seine Eltern konnten ihm diese unmöglich versauen, dachte er.
Konnten sie doch!
Er verließ das Klassenzimmer und lief Arm in Arm mit Tima den Flur in Richtung Ausgang entlang. Sie mussten auch am Büro des Direktors vorbei, wo Kenichi’ s Eltern schon auf ihn warteten. Seine Mutter sah ziemlich traurig aus, sein Vater hingegen Stinksauer. Kenichi schlussfolgerte daraus, dass die beiden es schon erfahren hatten. Sein Vater wollte gerade losschreien, als Kenichi die Hand erhob und seinen Vater zum schweigen brachte. NEIN, er wollte sich diesen Moment nicht zerstören lassen. Wenigstens dieses eine Mal wollte er ungestört mit Tima den Tag verbringen. Sein Vater musste sich ernsthaft zurückhalten. Seine Frau nahm ihn am Arm und machte ihm damit deutlich, die beiden erst mal in Ruhe zu lassen. So verließen sie alle das Gebäude und gingen von dort aus in verschiedene Richtungen.

Sein Herz hüpfte vor Freude, denn noch nie hatte er es geschafft, seinen Vater von etwas abzubringen. „Das hast du gut gemacht!“, sagte Tima und fragte, ob er Geld beihatte. „Nein, aber ich weiß, wo wir welches herkriegen.“ Sie gingen die völlig überfüllte Straße entlang, immer noch Arm in Arm, vorbei an Bäumen, die schon ihre ersten Blätter verloren, über eine alte Brücke, von der Kenichi überzeugt war, sie würde bald zusammenbrechen und so kamen sie schließlich zum Park. Er stellte Tima vor die Wahl. Entweder, sie vollführten einen Hindernislauf quer über den mit Hundehaufen übersäten Rasen, oder sie liefen den fast dreifach so langen Weg drum herum. Sie entschloss sich für den längeren Weg. Langsamen Schrittes liefen sie an den vollbesetzten Parkbänken vorbei, die vor dem Spielplatz lagen und von denen die meisten mit Ausländern besetzt waren. Sie alle sahen gleich aus. Sie waren entweder klein, dick und massig, oder kräftig und groß gebaut. Egal in welchem Alter, es schien, als wären sie schon mit einem kleinen Oberlippenbart geboren worden und alle trugen diese fetten, meist schwarz, oder dunkelgrünen Bomberjacken und dazu unzählige Goldketten. Natürlich durfte die schwarze Rappermütze nicht fehlen. Fast alle waren der deutschen Sprache nur bedingt mächtig und wenn sie fließend und Fehlerfrei sprachen, waren es Deutsche, die in die Gruppe aufgenommen wurden. Kenichi hatte nichts gegen Ausländer, aber es war so, als würden diese Leute krampfhaft versuchen, einen schlechten Ruf zu bekommen. Und das Klischee erfüllte sich nur zu Oft, denn fast immer, wenn irgendwo eine Schlägerei stattfand, oder ein Überfall oder ähnliches, war es dieses Rudelvolk. Sie traten nie alleine auf und wenn, dann waren sie harmlos. Einer alleine tat nichts, aber so bald sie zu zweit waren, gab es ärger, ganz getreu dem Motto ’Gemeinsam sind wir stark!’ Weit abgeschlagen von den Ausländern gab es vereinzelt Parkbänke, auf denen sich paare küssten oder einfach nur kuschelten. Tima stupste Kenichi an und er schaute nach vorne. Ein Baum war während eines großen Sturmes vor ein paar Tagen umgestürzt und nun wurde er Ausländerbesitz. Eine Truppe von gut 10 Mann saß auf diesem Baum und machten Blödsinn, schubsten sich gegenseitig herunter oder machten die Passanten an. Kenichi wusste, dass sie keine Ausnahme machen würden, nur weil sie zu zweit waren. Sie näherten sich dem Baum und wie erwartet sprang einer von ihnen herunter. „Hey, Alter, haste mal ne Kippe für uns?!“ Kenichi überhörte ihn einfach. Also stellte sich dieser ihm in den Weg. „Ob du ne Kippe hast, Arschloch!“ „Nein, ich bin Nichtraucher!“ , sagte er in etwas scharfen Ton. Er wusste, das war ein Fehler. „ALTER, WILLSU STRESS!?!“, schrie dieser und sofort sprangen auch die anderen vom Baum und stellten sich wie eine Mauer um die beiden herum. „Nichtrauchen schadet der Gesundheit, wusstest du das nicht!?“, fragte dieser in dem besten Deutsch, was er liefern konnte und schlug Kenichi heftig in den Magen. Dieser zuckte zusammen und fiel auf die Knie. Einer von seinen Kumpels kam auf Tima zu und packte sie am Arm. Als er sie wegziehen wollte, trat sie ihm heftig in die Weichteile. Mit einem lauten Schrei fiel dieser zu Boden. Auch Kenichi machte kurzen Prozess mit dem Typen vor ihm, in dem er ihm seine Faust in sein Gesicht rammte. Er schaute sich schnell um. Ein Baum hat Äste, überlegte und schlussfolgerte, dass er zum Baum musste. Er packte Tima und zog sie hinter sich her. Mit einem Sprung trat er einem von ihnen gegen die Brust. Dieser fiel Rückwärts zu Boden und machte so den Weg frei. Das hatte die anderen so verwundert, dass sie noch ein paar Sekunden lang verdutzt auf ihren Kollegen starrten. Das verschaffte Kenichi ein wenig Zeit, so dass er sich einen großen, stabilen Ast abbrechen konnte. Gemeinsam mit Tima rannte er davon, hinter ihm 7 der 10 Gangmitglieder. „Tima, lauf so schnell du kannst zur Polizei und bring sie hierher!“, sagte er und blieb stehen. Sie wollte ihn fragen, was aus ihm werde, aber er gab ihr einen kräftigen Schubs und brachte sie dazu, weiterzugehen. Er drehte sich um und sein Gesichtsausdruck sagte den anderen, dass er nicht weitergehen würde. Innerlich hatte er eine panische Angst, aber er musste sie unterdrücken. Sein Herz pochte so schnell, dass es wehtat, aber er konnte jetzt nicht patzen. Nun konnte er endlich beweisen, was er gelernt hatte, auch wenn keiner da war, der es bewundern konnte. Alle blieben in knapp einem Meter Entfernung stehen. „Oh, ein niedliches Stöckchen hast du da. Willst du uns angreifen?“, fragte einer von ihnen. Alle lachten, doch das blieb ihnen ein paar Sekunden später im Halse stecken. Das Großmaul, dass eben den Spruch abgelassen hatte fiel mit einer Platzwunde an der Stirn zu Boden. Es ging viel zu schnell, als das die anderen hätten reagieren können. Wie eine Maschine schlug Kenichi mit dem Ast zu, traf sie entweder im Magen, am Kopf oder im Genick. Der Ast war so stabil, dass er selbst Tritte damit abwehren konnte, ohne Schaden zu nehmen. Mit wenigen Schlägen fielen weitere von ihnen zu Boden, hielten sich den Magen oder Kopf und alle schrieen wie verrückt. Der nächste wollte ihn mit einem Messer attackieren, doch als er zuschlug ließ Kenichi den Ast gegen seinen Unterarm prallen. Mit einem Aufschrei ließ er das Messer fallen. Kenichi holte aus und verpasste ihm einen heftigen Schlag gegen die linke Wange. Durch den Aufprall wurde er so hart zur Seite geschleudert, dass er auf den Rasen fiel und bewusstlos liegen blieb. Seine Angst, die Gegner könnten ihm noch irgendetwas Angst haben verflog von einem Augenblick zum anderen. Sie konnten nichts gegen ihn ausrichten. Einen nach dem Anderen schlug er zu Boden ohne, dass sie auch nur die geringste Gegenwehr leisten konnten. Er war erstaunt über seine eigenen Fähigkeiten. Langsam gesellte sich auch Publikum dazu, unter anderem eins der Paare, die auf der Parkbank gesessen hatten. Der Mann sah aus, als wolle er jeden Moment eingreifen, konnte sich aber nicht dazu durchringen. Schließlich blieb er stehen und beobachtete das Gemetzel. Die drei, die sie vorhin schon erledigt hatten, kamen hinzu und auch sie hatten sich Äste abgebrochen. Kenichi wurde wieder etwas unzuversichtlicher, denn nach den ersten paar Schlägen von ihnen bemerkte er, dass sie durchaus in der Lage waren mit diesen Waffen umzugehen. Ihnen unterlief jedoch der Fehler, Kenichi zu zeigen, dass diese Äste zwei Seiten hatten. Natürlich gab es auch die Seite, die er abgebrochen hatte und welche demnach um einiges Spitzer und schärfer war. Noch während er seinen Stock in einer hand umdrehte schlugen die anderen auf ihn ein. Er lief mehrere Meter rückwärts und konnte ihren Stäben nur um Millimeter entkommen. Einer von ihnen kam auf die schlaue Idee, den Stock wie einen Speer auf ihn zuschnellen zu lassen, also stellte er sich hin, nahm Anlauf und streckte den Arm aus, wodurch die Reichweite erheblich vergrößert wurde. Kenichi reagierte im letzten Augenblick, schlug den Ast beiseite und nutzte den Schwung von dieser Seite aus um - mit kleinen Sprung nach vorne – ihm ins Gesicht zu schlagen. Er bekam ein paar hässliche Kratzer an der Wange und ließ den Ast fallen. Sofort schlug Kenichi weiter auf ihn ein, wobei er hin und wieder die Schläge der anderen abblocken musste. Einer hatte ihn fast erwischt gehabt und ihm seinen Pulli zerfetzt, doch der war ihm eh zu klein. Mit einem Tritt schmiss er sein Oper nach hinten und schlug mit dem Ast auf den nächsten ein. Dieser war bei weitem besser gewesen und Kenichi hatte ihn unterschätzt gehabt. Ehe er sich versah blockte sein Gegner seinen Schlag so hart ab, dass sein Stock zu Bruch ging. Das war ein Problem, denn nun konnten beide ungehindert auf ihn einschlagen. Na ja, fast ungehindert, den das bisschen, was übrig geblieben war von seinem Stock hielt er weiterhin wie einen Schild vor sich und hoffte, sie würden ihn nicht treffen. Mit einem harten Treffer gegen den Schädel fiel er zu Boden. Blut lief ihm aus Mund und Nase, als die beiden weiter auf ihn einschlugen und eintraten. Auch einige von den anderen hatten sich wieder aufgerappelt, nur um ihn anzugreifen. Er blutete immer heftiger aus der Nase und er sah jetzt schon die Schlagzeile vor sich:
>>>>>>>>>>>>>>>>>Junge von gemeiner Jugendbande zu Tode geprügelt<<<<<<<<<<<<<

Er wollte nicht so enden, aber er war am Ende seiner Kräfte. Die Schläge und Tritte spürte er schon gar nicht mehr, da sich sein Körper nicht um alle wunden gleichzeitig kümmern konnte. Er spürte nur die anfänglichen Wunden im Gesicht und Magen. UND Plötzlich hörten alle auf. Blut spuckend und nach Luft schnappend drehte Kenichi sich um jede Bewegung, sogar das auf und ab bewegen des Brustkorbes während des Atmens schmerzte ein wenig. Er hörte Schritte hinter sich. Jemand rannte auf sie zu, aber er sah alles nur verschwommen. Anscheinend musste es jemand bewaffnetes sein, sonst hätten die Jungs nicht aufgehört. Anfangs hielt er ihn für einen Polizisten, zumal er Tima’ s Stimme vernahm, die ihm sagte, dass das die Übeltäter waren. Mit einem Sprung verschwand der Kerl allerdings ohne jede Vorwarnung. Ein lauter Schmerzensschrei zwang ihn dazu, sich umzudrehen. Der Mann stand hinter einem von den Jungen und durch seinen Bauch schaute ein Schwert. Der Unbekannte riss es heraus und schlug den Kerl entzwei. Als er sah, wie die Eingeweide zu Boden fielen und die Einzelteile noch Sekundenlang zuckten, musste Kenichi sich übergeben. Das war das mit Abstand abartigste, was er in seinem Leben gesehen hatte. Doch er zwang sich, weiter mit anzusehen, wie er einen nach dem anderen Enthauptete oder ihm ein beliebiges Körperteil amputierte. Das Blut spritzte in Fontänen aus ihren Körpern und hinter sich hörte er nun auch Tima aus voller Kraft sich übergeben. Warum tat der Unbekannte das? Was hatte er davon diese Jungs abzuschlachten. Das tat er sicherlich nicht nur, um ihn zu retten. WELCHER NORMALE MENSCH TRÄGT AUCH MITTEN IN EINER GROßSTADT EIN SCHWERT!!! Diese und weitere Gedanken dieser Art durchschossen Kenichi in selbigem Augenblick. Für einen kurzen Moment war Kenichi der Bewusstlosigkeit nahe, doch nun war er wieder hellwach. Seine Gedanken hatten sich nicht getäuscht. Der Typ schlachtete nicht nur die Jungs, nein auch die Zuschauer ab. Er tat dies absolut Hemmungslos und ohne Vorwarnung. Sein Blick war kalt und erst jetzt wurde Kenichi bewusst, dass der Unbekannte ein Junge in ungefähr dem selben Alter wie er selbst war. Mit dem Schwert in der linken Hand kam er nun auf den am Boden liegenden Kenichi zu. Er hob schützend die Hände als er sein Schwert erhob, doch er wollte es nur zurück in die Scheide, die an seinem Rücken befestigt war, stecken. Er hielt ihm die rechte Hand entgegen. Nach kurzem zögern ergriff er die Hand und ließ sich hochziehen. Er hatte das Gefühl, seine Beine seien zu Brei verarbeitet worden und er dachte, sie würden jeden Augenblick wie Papierstreifen unter ihm zusammenbrechen. „Ich nehme dich Huckepack, aber wir müssen von hier verschwinden, so schnell es geht.“, sagte der Junge in relativ ruhigem, aber bestimmendem Ton. Ohne Widerworte tat Kenichi was er sagte, er empfand es als Selbstmord, einem Schwertträger zu wiedersprechen. Er kletterte auf seinen Rücken und der Junge und Tima rannten aus dem Park. „Wieso hast du die Zuschauer....?“ Er beantwortete sich die Frage selbst. Es durfte keine Zeugen geben, was der Junge kurz darauf bestätigte. Eigentlich einleuchtend, wenn man bedachte, dass ein völlig fremder Mensch mit einem Schwert nicht einfach so in einen Park gehen konnte und “Zerfetz den Mensch in so kleine Teile, dass du nicht mehr erkennst, wer es ist“ spielt und dann ungestraft wieder gehen konnte. „Und wie willst du von hier wegkommen, ohne von der Polizei erwischt zu werden?“, fragte Kenichi, dem es langsam wieder besser ging. Er hatte ein Stück von seinem Pulli abgerissen und es vor die Nase gehalten, damit das Bluten aufhörte. Der Junge blieb stehen. Kenichi sah sich um, weil er nach einem Grund suchte. Fast 300 Meter hinter ihnen rannte Tima in ihrem schnellsten Tempo. Als sie die beiden eingeholt hatte, musste sie erst einmal eine Pause machen. „Wie......wie ist das möglich...“, keuchte sich und stützte sich mit ihren Händen auf die Knie. „Ihr Menschen seid einfach zu verweichlicht!“ „Was soll denn die Bemerkung?“, fragte Kenichi in Bezug auf ’ihr Menschen’. „Das kann ich dir ja mal zeigen. Mädchen, du kannst ihn doch bestimmt kurz halten, oder?“ Sie nickte und nahm ihn ab. Er stellte sich sofort hin, musste sich aber ein wenig abstützen bei ihr. Der unbekannte Junge wartete bis kein weiterer in der Nähe war und ballte die Hände zu Fäusten. Jetzt musterten die beiden den Jungen zum ersten Mal ausführlich. Er hatte langes schwarzes Haar und eine kleine Spitze Nase. Sein Mund war ebenfalls sehr Spitz und sah aus wie aufgezeichnet. Er hatte eine auffallend helle, fast gelbe Augenfarbe, die sich zur Mitte hin mit grün ablöste. Er trug eine kleine braune Lederrüstung, die schon ziemlich gelitten haben musste in den letzten paar Tagen. Auffällig waren auch die zwei Einschnitte auf dem Rücken, direkt neben den Schulterblättern. Kenichi hatte sie vorhin als Griffe benutzt, um nicht herunterzufallen. Seine Hose war eine einfache schwarze Lederhose, die einen Riss am Hintern hatte und er trug keine Schuhe. Er trug kein T-Shirt unter seiner Rüstung, so wie er aussah, kannte er so etwas gar nicht. „Nun werde ich euch einfachen Menschen mal zum Staunen bringen!“, sagte er und Kenichi sah seine Augen für einen Sekundenbruchteil aufblitzen. Seine eher helle Hautfarbe begann, sich zu verändern. Sie bekam eine seltsame Musterung. Kenichi traute seinen Augen nicht und auch Tima war äußerst erstaunt. Dem Jungen wuchsen Schuppen. Die Hautfarbe hatte sich nun von einem hellen Rosa zu einem dunklen Rot hin verändert und sie passte hervorragend zu den Schuppen und zu seinen gelbgrünen Augen. Der spitze Mund wurde etwas breiter, aber es veränderte seinen Gesichtsausdruck unmerklich. Generell schien der Junge fast 5 cm breiter geworden zu sein. Die Rüstung spannte an seinem Körper und auch die Hose drohte zu zerreißen. Seine Arme waren nun muskulös und man konnte die Konturen anhand der Schuppen deutlich hervorsehen. Seine, dünnen, knochigen Finger wurden zu dicken langen Fingern mit langen Fingernägeln, die man schon fast als Krallen bezeichnen konnte, weshalb seine Hände eher als Pranken anzusehen waren. Die Füße sahen fast genauso aus, allerdings nicht ganz so breit. Das erschreckendste von allem war zugleich auch das einleuchtendste. Der Junge, den man nun nur noch als abartiges Wesen mit Ansatzweise menschlicher Gestalt bezeichnen konnte, wuchsen große, rot-schuppige Flügel und ein langer, dünner Schwanz mit den selben Merkmalen. Die Haut zwischen den Flügeln sah recht dünn aus und schimmerte ein wenig im Sonnenlicht und der Schwanz hatte eine nach hinten gebogene Spitze am Ende. Es sah aus wie eine Pfeilspitze. Vor ihnen stand nun ein Wesen, welches man nicht genau beschreiben konnte. „Was....“ Kenichi machte eine lange Pause zwischen diesem und den folgenden Wörtern, „Was bist du....für ein Wesen...?“ Er und Tima standen mit weit geöffneten Mündern vor ihm und starrten völlig Fassungslos seine neue Gestalt an. Er grinste. Auch seine Stimme war nicht wiederzuerkennen. Sie war einst weich gewesen, doch nun war es eine tiefe, raue Stimme, die man mit der eines Monsters vergleichen konnte. „Wofür hältst du mich denn?“, fragte er äußerst amüsiert. „Egal, kommt her und stellt euch mit dem Rücken zu mir.“, sagte er, nachdem er wusste, dass er lange auf eine Antwort warten konnte. Ohne sich dessen wirklich bewusst zu sein, taten sie was er sagte. Sie konnten gar nicht wiedersprechen, denn seine Verwandlung hatte ihnen die Sinne geraubt. Man hätte fast meinen können, sie wären zu seinen Willenlosen Sklaven geworden. Er packte Kenichi und Tima jeweils unter einen Arm und sprang in die Lüfte. Seine Flügel bogen sich dabei nach unten und er streckte sich so weit es konnte gen Himmel. Am höchsten Punkt angekommen, spreizte er seine Flügel aus und flog mit langen, kraftvollen Zügen davon.
9.8.06 00:16
 


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