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Cainus Welt - Die Woche der Entscheidungen

Seid gegrüßt

Meine Woche bis jetzt:

Montag: Von morgens um 8 bis abends um 8 arbeiten. Findet mal am Alex die Karl-Marx-Allee, ohne jemanden zu fragen. Da dort anscheinend keine Straßenschilder existieren oder diese sich vor mir verstecken(vermutlich in den ganzen Baustellen), war dies für mich ein Ding der Unmöglichkeit. Selbst mit 3-maligem Nachfragen hab ich noch viel zu lange gebraucht. Trotzdem war ich pünktlich. Ich sollte auf den Parkplatz aufpassen, der für Dreharbeiten von „The Bourne Ultimatum“ gesperrt wurde. Dort standen die ganzen russischen Autos rum, die für den Film gebraucht wurden und ich sollte dafür sorgen, dass niemand anderes dort parkt. Und ich machte meine Sache sehr gut. Bis auf eine einzige Person hat keiner es geschafft, sein Auto unbemerkt dort abzustellen. Und weil diese Person so dreist war sich hinzustellen, abzuschließen und wegzurennen bevor ich bei ihm war, entschied ich das Auto kurzerhand abschleppen zu lassen(es war nämlich ersichtlich, dass er nicht zur Crew gehörte).
Das wird teuer^^
Um 16:00 Uhr kam zum ersten Mal eine Ablösung bei mir vorbei, sodass ich auch mal Pause machen konnte. Eine halbe Stunde sitzen und den Cateringwagen leerfuttern. Kaum war ich wieder da, sagte mein Kollege(der mich eigentlich unterstützen sollte an dieser Position, der Parkplatz war immerhin so lang wie ein großer Häuserblock), er möchte sich nur kurz einen Kaffee holen…
…ich sah ihn nie wieder…

Um 18:30 Uhr spürte ich zum ersten Mal Schmerzen in meinem rechten Fuß, vielmehr am vorletzten kleinen Zeh, doch lief ich ungehindert weiter auf und abwärts. Das Lächeln im Gesicht wurde zusehends zu einem Schmerzgrinsen. Um 20:00 Uhr, ein Glück kam meine Ablösung pünktlich, torkelte ich dann zur U-Bahn. Zu Hause sah ich dann das Ausmaß des Unglücks. Ich hatte am selben Zeh oben und unten eine dicke Blase. Problematisch war, dass ich am nächsten Tag zur Musterung musste. Überlegend ging ich schlafen.
Dienstag: Mein zweiter Musterungstermin stand an. In der Hoffnung, dieses Mal auch ranzukommen, zerschnitt ich die beiden Blasen am Zeh, sodass ich einigermaßen laufen konnte und packte den Rucksack. Bevor ich losging leerte ich meine Blase noch einmal.
Ein Fehler…

Dort angekommen(viel zu früh) kam ich auch sofort dran. Nach einem kurzen Gespräch(laber laber) wurde ich in den Umkleideraum geschickt, auf dass ich mich dann den ärztlichen Untersuchungen hinzugeben hatte.
Die Aufgabe: Pissen sie in den Becher. Pissen sie nicht daneben oder darunter und schon gar nicht auf die Hand. Pissen sie wenigstens einen Strich voll, sodass wir ihre Pisse auswerten können oder verpissen sie sich.
Das ich vor dem Besuch auf die Toilette gegangen bin war nun mein Verhängnis. Nach 10 min kam ich enttäuscht und ein wenig beschämt aus der Toilette, den Becher in seinem Originalzustand, trocken wie Staub. Nicht einen Tropfen habe ich herauswürgen können. Nicht mit laufendem Wasser im Hintergrund noch mit irgendwelchen anderen Tricks die gelegentlich nötig sind.
Danach wurde ich gewogen und meine Größe gemessen, 60kg und 178cm sind dabei rausgekommen. Die Ärztin sagte mir, ich solle die Urinprobe nachher erneut versuchen. In weiser Voraussicht hatte ich ja 1 l Cola dabei. Ich biss also die Zähne zusammen und trank den Liter in drei Schüben hintereinander aus(was sich mit zusammengebissenen Zähnen als äußerst schwierig erwies).

Kaum im Warteraum angekommen hieß es dann, ich möge zu Labor 4 gehen.
Dort erklärte mir die Frau, bevor ich überhaupt richtig saß, dass ich ausgemustert wurde. Gründe dafür waren zum einen mein Hashimoto-Syndrom (der Fachausdruck für die Schilddrüsenunterfunktion), sowie zum anderen die Autoimmunkrankheit, wegen der ich ne Woche im Krankenhaus lag. Nach meinen Allergien und meiner Sehstärke haben sie schon gar nicht mehr gefragt.
Das war es, ich durfte gehen. Über meine weiteren Verlauf wurde entschieden, während ich Cola trank. Und man, musste ich danach aufs Klo...

Auf dem Weg raus habe ich dann noch jemanden getroffen, den das gleiche Schicksal ereilte, der Grund für ihn war, dass er 20 Kg übergewicht hatte…
Und da heißt es immer, es sei so furchtbar schwer, ausgemustert zu werden. Ich mache mir nur Gedanken, ob ich nun nicht doch Probleme bekomme, wenn ich mich beim Zoll bewerben will...

Mittwoch: Ich war erst um 1 im Bett und musste um 5 wieder aufstehen, weil ich erneut eine 12-Stunden-Schicht vor mir hatte. Ich hielt wache am Bahnhof Lichtenberg, wo ebenfalls für The Bourne Ultimatum gedreht wurde. Glücklicherweise war ich dick angezogen, sonst wäre ich an diesem Tag irgendwann am Boden festgefroren. Die meiste Zeit versteckte ich mich im Windschatten des Ansagehäuschens vor dem Sturm, der an mir vorbei zog und lauschte den überaus lustigen Gesprächen meiner Mitarbeiter. Ein paar Beispiele:
MA1: MA2 für MA1
MA2: MA2 hört
MA1: MA2 für MA1 bitte!
MA2: Höre!!
MA1: MA2 für MA1
MA2: Ich komme jetzt zu dir, damit du verstehst, was ich sage
MA1: Was?
MA2: Ich sagte, ich komme jetzt zu dir!
MA1: Wieso willst du zu mir? Hast du Sehnsucht?
MA2: Nein, aber du verstehst mich ja offensichtlich nicht an meiner derzeitigen Position
MA1: Wiederholen bitte, ich habe kein Wort verstanden, nur KRZHRRKRZ

Oder folgendes: (man bemerke hierbei, MA2 und MA3 stehen nebeneinander!!!!)

MA1: MA2 für MA1
MA2: Höre
MA1: Ich hasse diese Funkverbindung….wer ist denn in seiner Nähe…
MA2: Höre immer noch…
MA1: MA3 für MA1
MA3: Höre
MA1: Frag bitte mal MA2, ob sein Akku noch genügend Saft hat oder ob sein Funkgerät nicht mehr in Ordnung ist.
MA3: MA2 für MA3
MA2: MA2 hört.
MA3: Ich soll dich von MA1 fragen, ob mit deinem Funk noch alles in Ordnung ist, oder ob du einen neuen Akku brauchst.
MA2: Du kannst ihm sagen, dass alles in Ordnung ist mit dem Gerät, ich jedoch gerne einen neuen Akku hätte, für später.
MA3: MA1 für MA3
MA1: höre
MA3: MA2 sagt, sein Funkgerät ist in Ordnung, er möchte nur für nachher ein neues Akku haben
MA1: Okay, sag ihm bitte, dass er sein Akku im Laufe der nächsten halben Stunde erhält.
MA3: MA2 für MA3
MA2: Höre
MA3: Du erhältst innerhalb der nächsten halben Stunde deinen gewünschten Akku.
MA2: Danke

Oder was MA1(unser Chef) mit mir abgezogen hat:

MA1: Cainu für MA1
Cainu: Höre
MA1: Wie geht es dir?
Cainu: Mir geht es sehr gut, danke der Nachfrage.
MA1: In deiner Nähe müssten irgendwo eine MA2 oder ein MA3 stehen. Könntest du bitte mit Ihnen Kontakt aufnehmen?
Cainu: Warum fragst du sie nicht selbst?
MA1: Sie sind außerhalb meiner Funkreichweite. Denk doch mal mit.
Cainu: Okay, in Zukunft denke ich mit. Ich denke gerade, du könntest auch einfach in ihre Nähe gehen und sie dann fragen.
MA1: Gut, lass das denken und frag lieber!
Cainu: MA2 oder MA3 für Cainu
MA3: Wir hören
Cainu: Ich soll euch eine Nachricht von MA1 überbringen, weiß aber leider nicht was. Das wollte er mir verheimlichen.
Cainu: MA1 für Cainu, was sollte ich sie denn fragen?
MA1: Du solltest sie fragen, ob es Ihnen gut geht.
Cainu: MA3 für Cainu
MA3: Höre
Cainu: Ich sollte euch fragen, ob es euch gut geht.
MA3: Uns geht es gut. Warum fragt er uns denn nicht selbst?
Cainu: Weil ihr außerhalb seiner Funkreichweite seid. Denkt doch mal mit.
MA2: Und warum begibt er dann sich nicht in unsere Nähe?

Im Endeffekt waren natürlich alle in jedermanns Reichweite, sodass wir uns tierisch darüber amüsiert haben. Solche kleinen Gespräche lockerten die allgemeine Arbeitssituation erheblich und ließen einen die 12 Stunden arbeit nur wie 11 ½ erscheinen.
Apropos 11. Um 11 Uhr war mir kalt, ich war alleine und irgendwie war ich geil. Das ist eine beschissene Kombination, denn man kommt auf alle möglichen dummen Gedanken. So kam ich also auf die Idee, einfach mal Alina(meiner Ex) eine SMS zu schreiben. Ganz unverfänglich und ohne Hintergedanken versteht sich, was sie gerade mache und ob sie am Abend zeit hat. Nach ein paar SMS kamen wir zum Schluss, dass wir uns am Abend trafen.
Gesagt, getan.

Gemeinsam fuhren wir also zu ihr, während wir uns über alles mögliche unterhielten, was mich sehr erstaunte, weil sie normalerweise die absolute Maulfaulheit war. Unterwegs könnte ich mir noch ein Feierabendbierchen und bei ihr schauten wir uns Jackie Chan an. Währenddessen stieg meine Müdigkeit sowie meine Geilheit ins unermessliche und hätte ich nicht angefangen zu kuscheln, ich wäre gnadenlos eingepennt, was ich ja vermeiden wollte. Sie stieg auch sofort auf das Kuscheln ein, bis Coco mir eine SMS schrieb. Ihm ginge es nicht so gut, ob wir reden könnten. Ich rief zurück und fragte, was los sei und machte einen Termin für den nächsten Morgen aus. So legte ich mich wieder zu Alina aufs Bett….
…den Rest könnt ihr euch denken.
Seit langem hatte ich mit diesem Gedanken gespielt, meist, wenn ich gerade wieder beim Taschenbillard spielen war, ob ich sie nicht einfach frage, ob sie noch einmal Lust hätte, doch hatte ich immer ein furchtbar schlechtes Gewissen, weil ich ja an sich nichts von ihr wollte außer diesen Spaß. Nun hatte ich aber mal alles auf eine Karte gesetzt und entschieden: „Entweder sie sagt nein und redet nie wieder ein Wort mit mir, dann ist das halt Pech, oder sie spielt mit.“
Interessanterweise war ihr meine Absicht klar, seit ich sie gefragt hatte, ob sie Zeit hat. Sie hätte also gleich am Anfang nein sagen können, hätte es sie gestört. Darum bereue ich diese Tat auch nicht, sondern bin froh, dieses unglaublich gute Gefühl mal wieder erlebt zu haben. Ob sich das nun wieder häuft, weiß ich nicht, aber das letzte Mal war es bestimmt nicht mit ihr.
Und nach der Kopulation fuhr ich nach Hause, da ich hundemüde war und bei ihr nicht hätte schlafen können.

Donnerstag: Ja, Coco tanzte ziemlich früh hier an, wir redeten über alles mögliche, was ihn so bedrückte, bis ich seine Laune wieder auf einem humanen Level hatte, dann zockte ich ein wenig Metal Gear Solid für den GameCube, während er zuschaute. Inzwischen bin ich wieder richtig gut in dem Spiel, wo ich am Anfang so jämmerlich versagt hatte. Dann meldete sich Ricky bei ihm per SMS und fragte, ob sie auch noch vorbeischauen könnte. Da ich Coco aber eh rausschmeißen wollte, sagte ich nein. Coco machte sich dann auch ziemlich gleich auf den Weg zu ihr, sodass ich in Ruhe an diesem Blog hätte schreiben können, wenn ich nicht durch ein Telefonat, meine Mutter und unsagbaren Hunger ständig unterbrochen worden wäre.
Darum ist es jetzt auch spät und ich höre auf zu schreiben. Stattdessen spiele ich lieber MGS durch, habe ich so entschieden.^^

Gehabt euch wohl
Cainu
1.2.07 18:34


Cainus Welt - zersägtes Wochenende

Seid gegrüßt!

Wollen wir doch mal wieder ein Resümee von Freitag und Samstag liefern, da beide Tage diesmal durchaus erwähnenswert sind.

Freitag: Fragt mich nicht, wann ich aufgestanden bin, ich habe mir morgens die Wiederholung des Tennisspiels von Roger Federer gegen Andy Roddick angesehen und so wieder einmal bestätigt bekommen, warum Roger Federer seit 4 Jahren die Nummer Eins im Tennis ist. Obwohl Roddick Nummer 7 der Weltrangliste ist, wurde er vorgeführt wie ein Tennisneuling. Gut gelaunt stand ich also auf und setzte mich an den PC, verbrachte so meine Zeit bis 15:00 Uhr mit zocken, Chatten und zocken, um pünktlich um drei eine Pause einzulegen. Ich rief Clemens an, der mich darum gebeten hatte ihn zu wecken, da er die ganze Nacht durchgearbeitet hat. Wir verabredeten uns zu 16:00 Uhr, so hatte ich also noch genug zeit, weiterzuzocken. Clemens war ziemlich pünktlich da und so wusch ich mir noch schnell die Haare, bevor wir uns auf den Weg machten. Um 18:00 sollten wir ja im Kino sein, Saw 1-3 warteten auf uns.
Vorher haben wir noch bei Burger King gespeist, wo wir auch die Mampfenden-Seiten-der-TooN-Twins trafen. Ich überreichte Tini eine Tüte mit EINEM Keks, die sie im Forum gefordert hatte. Dummerweise bekam sie den Knoten nicht auf, woraufhin ich mir erst einmal daran die Finger brechen konnte. Sie überreichte mir und Clemens eine DVD von Volkstrott und eine CD von Bodo Wartke.

Während wir von BK rüber wanderten zum Zoopalast, dabei auf Jackie stießen und uns kaputtlachten über einen Typen, der auf der anderen Straßenseite lauthals rumfluchte über SCHEIß DEUTSCHLAND und was weiß ich nicht alles, stieg meine Vorfreude auf die drei Filme ins unermessliche.
Doch zuvor wurde ich von Sebe überrollt, als dieser angestürmt kam und mich einfach umriss. Jetzt weiß ich, warum ich immer so dünn bleibe. Alles Überflüssige wird mir regelmäßig aus dem Körper gepresst.

Nach unseren Wiedersehensfreuden kauften wir die vorbestellten Karten und begaben uns ins Kino.
Kurzzusammenfassung der Filme:
Saw 1: Toller Film, dank diesem Film nahm das Unheil seinen Lauf, die Geschichte ist gut ausgearbeitet auch wenn die Gewalt viel zu kurz kommt. Verwunderlich, da damals alle laut aufgeschrien hatten, wie brutal der Film doch sei.
Saw 2: Meines Erachtens der Beste der drei Filme, da die Charaktere am besten dargestellt werden(der Polizist, der so viel Mist begangen hat, um Leute in den Knast zu kriegen und nachher noch voll ausrastet) und die Story an sich gut gepaart mit Blut und Gewalt ist. Einfach ein rundum ausdrucksstarker Film.
Saw 3: Die richtige Wirkung bemerkte ich erst am nächsten Tag, weil mir die Szenen des Filmes nicht aus dem Kopf gingen. Ein ungemein nachdenklicher Film dessen Anfangsszene allein reicht, um die Gewalt der anderen beiden Teile in den Schatten zu stellen. Eindeutig der Film mit dem höchsten Gewalt-Gehalt.

Die Filme waren um kurz nach 1 vorbei und nachdem wir Sebe und Jackie noch zu MC Donalds begleitet haben, machten Clemens und ich uns auf den Weg heim…..
….zu Fuß.
Den ersten Bus hatten wir gerade verpasst, also machten wir uns auf zum Wittenbergplatz. Unterwegs fuhr der zweite Bus an uns vorbei, der nächste sollte dann erst in 17 Minuten erscheinen. Also hatten wir nichts besseres zu tun als der Linie zu folgen, wobei wir uns an einer Tanke noch n Heimweg-Bierchen holten. Zwei Minuten später fuhr der Bus auf der anderen Straßenseite(also derjenigen, auf der wir hätten eigentlich laufen müssen…) erneut an uns vorbei, weshalb wir beschlossen, GANZ nach Hause zu laufen.
Und so waren wir dann um kurz vor 3 zu Hause^^

Samstag: Um 9:30 Uhr klingelte bereits mein Wecker, welchen ich danach noch einmal eine Stunde später einstellte und mich umdrehte. Ich musste ja erst um 12:30 @Work erscheinen…
… Um kurz nach Zehn kam dann auch meine Mutter ins Zimmer und erinnerte mich daran. Ich schickte sie erst einmal Brötchen holen und sie sagte mir, ich solle sie anrufen, wenn der Frühstückstisch gedeckt war, da sie immer noch Kaffee trinkt beim Bäcker.
So hatte ich also genügend Zeit, mich mal wieder um einen vernachlässigten Kumpel von mir zu kümmern, der sichtlich darüber erfreut war XD.
Gefrühstückt
Zur Arbeit gefahren
Zu spät gekommen… Aber das war nicht soo schlimm, da die Einsatzbesprechen erst um eins stattfand. Es war mal wieder ein Herthaspiel und wie immer durfte ich den Bodycheck durchführen. Ich wusste gar nicht, dass man in den Fingern Muskelkater bekommen kann(kommt vom Abtasten der Arme, die man durch die dicken Jacken kaum fühlt)…Jedenfalls musste ich wieder so viele Menschen kontrollieren, die von Natur aus dem Umfang eines Monstertruckreifens gerecht wurden und dem Gewicht eines Elefanten gleichkamen. Hinzu kam diesmal die Schwierigkeit, dass diese Menschen sich alle noch in dicke Daunenjacken gepresst hatten und ich jedes Mal angeschnauzt wurde, wenn ich sie dazu aufforderte, die Jacke zu öffnen( is ja kalt..). Die Menschen, die schon mit offener Jacke ankamen hatten allerdings eine Art natürlichen Schutz vor Kälte, Infektionen und überhaupt allem organischen und anorganischen. Sie stanken wie ein ganzes Dorf voll Jauchegruben. Es kostet ziemlich Überwindung, zu Menschen freundlich zu sein, die du riechst, seit sie aus der S-Bahn gestiegen sind(die ist gute 500 Meter entfernt^^) und die du auch noch riechen würdest, wären sie in einem hermetisch abgeriegelten Raum… Gepaart wird dieser Gestank mit vorsteinzeitlicher Intelligenz „Da….ma Hanny dre“, was soviel bedeuten mag wie „Da ist mein Handy drin“ oder aber auch „da waren meine Hände dran“ oder „ Dalai Lamas Hand dreht..“. Glücklicherweise hatte ich Handschuhe an, sonst hätte ich diesen Mann durch gewunken. Zumal es eine großartige Leistung ist, 1 ½ Minuten die Luft anzuhalten und sich dabei zu bewegen und zu konzentrieren…

Der Rest der Arbeit verlief recht entspannt und als wir kurz vor Schluss wieder die „Pinkelecken“ bewachen mussten, damit sie eben irgendwann keine „Pinkelecken“ mehr sind geschah noch mal was süßes. Ein kleiner Junge kam durch den auf der Wiese liegenden Schnee auf mich zugestapft, schaute mich mit großen Kulleraugen an und fragte: „Darf ich da hinpullern?“, wobei er hinter mich an den Zaun zeigte.
Man muss schon unmenschlich sein, diesem süßen Kind so eine Frage mit „Nein“ zu beantworten.
Darum mache ich diesen Job ja auch. Ich habe ihm erklärt, wo noch andere Toiletten sind und blieb auch hart, als seine großen Augen noch größer wurden und er sagte: „Ich muss aber ganz dringend.“
Etwas schneller als vorher stapfte er zu Papa zurück und lief mit ihm Richtung Toilette. Normalerweise erwartete ich in so einem Augenblick, dass der Vater wutentbrannt auf mich zukommt, schreit, zetert und meckert und seinem Kind so die Möglichkeit verschafft, trotzdem da hinzupissen.(jedenfalls war es sonst immer so). Aber dieses mal geschah nichts dergleichen und fünf Minuten später hatte ich Schluss^^

Abends dann machte ich mich mit meiner Mutter, sowie ein paar bekannten von uns auf ins K17. Eine Band namens Metal Law trat auf, die wir zwar vorher noch nicht kannten, wo unsere Bekannte jedoch in irgendeiner familiären Relation zu zweien der Bandmitglieder stand und somit gezwungen war, dort zu erscheinen, obwohl sie kein Metal mag sondern selbsternannter Modern Talking Fan ist.
Auf dem Weg zum K17 traf ich Jackies Mutter, die gerade die Treppen hoch kam und mir erzählte, ihre Tochter sei gerade zur Arbeit gegangen.
Dort traf ich Jackie auch sofort. Dank ihr mussten meine Mutter und ich kein Geld für die Garderobe zahlen.
Also machten wir uns auf in den 4. Floor, wo das Konzert stattfinden sollte. Vor Metal Law spielten noch zwei andere Bands.

Unsoul: Nicht weiter erwähnenswert. Man nehme schlechten Death Metal, vermische in mit schlechtem Death Metal und füge verwirrende sowie unnütze und unpassende Tempowechsel hinzu, gepaart mit schlechter Instrumentalisierung, fertig ist Unsoul. Neben mir tanzte die ganze Zeit ein Junkie im Emopulli, als wäre er bei den Scissor Sisters, indem er immer fröhlich mit dem Kopf von links nach rechts wackelte, während er von einem Fuß auf den anderen trat und wild mit den armen wedelte, wobei er mit den Fingern schnippste und regelmäßig ein „Wooohoo“ brüllte. Ich habe meine Zeit sinnvoll genutzt und ihn die ganze Zeit ausgelacht.

Morbid Mind: Zuerst dachte ich, es wäre eine Mischung aus Hardcore und Heavy Metal, aber jetzt, wo ich mir die CD noch mal anhöre, finde ich, es ist eine Mischung aus Hardcore und Hardcore. Am ehesten ist diese Band mit Powerman 5000 vom Gesang her zu vergleichen, wobei die Rhythmen einen ganz eigenen Stil haben und sich alles zusammen einfach nur geil anhört. Die Band hat die beste Stimmung gemacht, war Live einfach nur der Hammer und so ergatterte ich mir umgehend am Stand die CD für 10 €, welche ich momentan auch höre. Sehr geil!

Metal Law: Es war soweit. Die Band, auf die alle gewartet hatten. Man nehme den Gesang von Iron Maiden, mische es mit dem Speed von Van Halen und Hammerfall und füge eine Prise Selbstüberschätzung a la Manowar hinzu, fertig ist Metal Law. Vor ihrem Namenswechsel, begründet durch einen Plattenvertrag(Wir befanden uns auf der Record Release Party) hieß die Band Räudig und machte seinem Namen auch alle Ehre. Ein Titel wie „We are Metal Law“ spricht für sich…
Sie spielten die Art Heavy Metal, wie sie zu Zeiten von Van Halen in war, wobei der Gesang nicht halb so gut war, die Gitarrensoli jedoch ganz ordentlich.
Dicke Minuspunkte gab es dann von meiner Seite aus, als sie zum Schluss als zweite Zugabe ein Lied erneut spielten, einfach, weil sie nicht genügend Titel auf dem neuen Album hatten. Und es war nicht einmal das Beste…

Summa Summarum hätte man sich die erste und dritte Band sparen können, was auch meine Mutter so fand. Find ich übrigens verdammt cool, dass meine Mutter da derselben Meinung war wie ich und Morbid Mind am geilsten fand^^

Nu is Sonntag, ich habe mir bereits die Volkstrott DVD angeschaut und sie für sehr gut befunden und gehe nun mit dem Hund raus….mist…muss ich mich ja erstmal anziehen -_-

Gehabt euch wohl
Cainu
28.1.07 15:09


Fantasy - Das wahre Paradies

Schillernde, kräftige Farben bahnen sich den Weg in meine Augen. Strahlend blauer Himmel, saftig grüne Blätter an den Bäumen, Sträuchern und Wiesen, voll mit gesunden Grashalmen, die sich gen Sonne strecken. Eine angenehme Wärme erfasst meinen Körper und lässt eine wohlige Gänsehaut entstehen. Langsam gehe ich voran, den Windungen des steinernen Weges folgend, hinab zum kleinen Bach mit dem glasklaren Wasser und den niedlichen Fischen in ihrer ganzen Farbenpracht. Auf der Wiese sitzt ein gutaussehender Mann und meditiert. Mein Weg führt mich über eine mit kunstvollen Schnitzereien verzierte Holzbrücke. Eine eifrige Spinne bastelt gerade an ihrem sorgfältig geplanten Netz, welches sie zwischen zwei Streben des Brückengeländers spinnt. Als sie mich bemerkt hält sie kurz inne und verkriecht sich in ein kleines Loch im Holz, lässt nur zwei Beinchen rausgucken. Ich gehe weiter und gelange an ein Feld mit einer Vielzahl von Blumen, bunt, in voller Blüte und duftend in den schönsten Gerüchen. Ich setze mich auf eine Holzbank vor dem Feld, entspanne ein wenig und genieße den Blick auf das Feld. Die Bank steht unter einem wunderschönen, schattenspendenden Apfelbaum, dessen Früchte so unglaublich saftig aussehen, dass man am liebsten gleich einen essen möchte. Auch von ihnen geht Appetit anregender Duft aus.
An mir läuft ein altes Pärchen Hand in Hand vorbei, voller Elan und Liebe zueinander. Sie tragen vielfarbige Hemden und bequem aussehende Schuhe und grüßen mich freundlich, während sie vorbeiziehen und vor Freude lachen. Der Ort scheint so schön, so voll von Liebe und Leben und….

…so furchtbar langweilig! Genervt von dem Anblick und hungrig stehe ich auf und trete gegen den Baum. Ein Apfel fällt mir direkt in die Hand. Genüsslich beiße ich hinein. Im selben Augenblick springen ein paar Jugendliche in angeranzten Klamotten hinter dem Baum hervor, einen Fußball unter dem Arm und stürmen auf das Blumenfeld, treten mit ihren Füßen die Blüten ab, knicken die Stängel und Blätter der Pflanzen mit dem Ball und reißen mutwillig welche heraus, um besser Spielen zu können. Der Himmel bewölkt sich schlagartig und all der Farbe um mich herum entweicht das Leben. Der eben noch glasklare Bach ist nun ein trüber, von Algen durchwachsener Fluss, in dem kein einziger Fisch zu leben vermag. Die Sonne verschwindet hinter den Wolken und es fängt leise an zu regnen. Ich stehe auf dem Weg und schaue mir die mit Rissen durchzogene Betonbrücke an, welche über den Bach führt. Von hinten ertönt ein „Aus dem Weg, Arschloch“, während sich eine alte Frau in grauem Mantel, mit weißen gelockten Haaren und Gehstock an mir vorbei drängelt. Die Unlust am Leben steht ihr ins Gesicht geschrieben. Einer der jugendlichen Fußballspieler kommt zu mir herüber und droht mir, mich aufzuschlitzen, würde ich ihm nicht sofort all mein Geld geben. Ich schaue ihm tief in seine gierigen, hasserfüllten Augen und haue ihm mit aller Wucht ins Gesicht, dass seine Nase blutet. Während er umfällt renne ich über die Brücke, die inzwischen von den anderen Kindern mit Graffitis verunstaltet wird.
Die Wiese, an der ich vorbeikomme ist über und über mit Hundehaufen, vertrockneten Stellen und aufgewühltem Erdreich. Mitten auf ihr sitzt ein alter Mann mit einem Bier in der Hand, verdreckter Kleidung und ungepflegtem Äußeren und fordert ein bisschen Kleingeld.
Alles, was einst schön war, scheint verloren und verdrängt von Gewalt und Ignoranz.
Hier fühle ich mich wohl. Hier bin ich zu Hause.
24.1.07 14:40


Cainus Welt - Manchmal kann man gar nicht so viel fressen wie man kotzen möchte!

Seid Gegrüßt!

ICH HASSE DIE MEDIEN!!!!!
Der neueste Schrott ist, dass die Attentäter aus Tessin(die beiden Gymnasispasten, die die Eltern von nem Klassenkameraden umgebracht haben) angeblich vor ihrer Tat Final Fantasy VII: Advent Children gesehen haben. Für alle, die es noch nicht mitgekriegt haben, das ist mein Lieblingsfilm, genauso wie ich die komplette Final Fantasy Rollenspiel(nicht Gewaltspiel!)Reihe vergöttere. So viel tiefgründige Story, gute Grafik, gute Musik und das vollkommen ohne Blut!

Nach einem Bericht der «Bild»-Zeitung sollen sich die beiden 17-Jährigen bei ihrer Bluttat an dem Gewalt-Computerspiel «Final Fantasy VII» orientiert haben. [quelle =http://www.abendblatt.de/appl/newsticker2/index.php?channel=ver&module=dpa&id=13530424]

Inzwischen wird in allen Medien(Fernsehen, Internet, Zeitung) darauf rumgehackt, dass sie Final Fantasy gesehen haben(habe ich erwähnt, dass Advent Children mein Lieblingsfilm ist?). Zufälligerweise habe ich die DVD hier rumstehen. Der Film ist ab 12! Also waren sie durchaus alt genug den Film zu sehen( in welchem es bis auf GANZ ZUM SCHLUß nicht einen Tropfen Blut gibt!) Es liegt also schlicht und allein an den kranken Hirnen dieser Jungs, dass sie dabei so ausgetickt sind(es gibt in dem Film keine Szene, in der eine Familie einfach abgestochen wird, lediglich eine Rückblende, als Sephiroth ganz Niflheim abgebrannt hat, auch dass vollkommen ohne Blut oder einer Szene, in der man ihn handeln sieht). Meine Frage ist immernoch, WESHALB HACKEN ALLE SO AUF SPIELEN und FILMEN rum, die irgendwie Computeranimiert sind, die Gewalt zeigen usw? In einem Bericht(kA mehr welche Zeitung) hieß es, die Jugendlichen hätten sich kurz vor der Tat nur noch mit ihren "Elbennamen" angesprochen. Bald wird also auch Herr der Ringe indiziert, sowie jedes anständige Fantasybuch. Und überhaupt jedes anständige Buch, denn auch Krimis und Historienromane handeln von Mordopfern, meist auf noch sadistischere Weise als man s in Filmen je sehen würde(mal von Filmen wie Saw abgesehen^^)

Ich komme zu keiner Vernünftigen Antwort. Die Politiker sind ja auch alle eigentlich mit ganz anderen Sachen beschäftigt, nämlich, von welchem Kollegen an der Spitze sie dieses Mal ein paar peinliche Details der Vergangenheit preisgeben. Das ist ja inzwischen die einzige Möglichkeit, die alten Säcke auf Rente zu schicken oder den bereits Toten zu sagen, dass sie in ihr Grab zurückdürfen. Der Tod wird sich freuen, dass sein Azubi Stoiber endlich wieder heimkehrt und hilft, die ganzen Toten wegzuräumen, die unsere Final Fantasy Gewalt-Computerspiel-Killerspiel-Killer auf ihrem blutigen Pfad hinterlassen!

Ihr merkt, wie ich mich über sowas aufrege? Aber in einem vollkommen rationalen Wege. es kotzt mich einfach nur tierisch an, dass auf allem, was einem normalen Jugendlichen und auch einem Großteil der zivilisierten Erwachsenen spaß macht, weil es ein wenig Abwechslung den langweiligen, Komsumgestörten "Ich-gucke-schlechte-Gerichtssendungen-und-blöde-Telenovelas-und-DSDS" Alltag bringt. Ich lasse mich nicht in diese Kategorie dummer Menschen einordnen, die alles schlucken, was der Axel-Springer Verlag ihnen vorwirft(für all jene Leser, die nicht wissen, was der Axel-Springer Verlag ist: Dieser Verlag bringt eigentlich jede Zeitung auf den Markt, BILD, BZ, DIE WELT, Welt Kompakt, Berliner Morgenpost usw usf, sodass jeder Zeitungsleser stets mit denselben Informationen, nur ausführlicher[Die Welt] oder stumpfsinniger[BILD], gefüllt wird, bis alle das gleiche glauben. Die Nachrichtensender stehen natürlich mit den Zeitungen in engem Kontakt, sodass man auch dort stets informative Beiträge mit "BILD" als Quellenangabe versieht. Die Menschen hinterfragen ja auch nicht mehr, ob denn wirklich alle Computerspieler so verrückt seien. DAS IST HALT SO! Also muss das verboten werden. Ganz einfach. SCHWARZ/WEIß Schema. Da ich schwarz trage bin ich ohnehin der böse(die abweisenden und ängstlichen Blicke häufen sich seitdem auch wieder).
Mich verwundert nur, wieso ich noch nichts davon mitbekommen habe, dass in dem Zusammenhang der böse Metal und die böse Gothic-Szene(jaja, wir Satanisten, WIR ALLE KENNEN DAS) noch nicht erwähnt wurden.
Mich wundert auch, warum niemand auf Filmen wie MATRIX oder GLADIATOR rumhackt, zwei der Erfolgreichsten Filme überhaupt, die eigentlich von Action(Matrix) und Blut(der andere) leben? ich wunder es, warum da nicht schon die Kinobesucher plötzlich ihre Waffen zogen und sich gegenseitig die Köpfe abgeschlagen haben. Ganz einfach. Weil sie den Unterschied zwischen Realität und Fiktion noch kennen. Weil sie diese Grenzen bewusst überschreiten können, um sich ganz auf den Film zu konzentrieren, um die Gänsehaut zu genießen, wenn der Schauspieler sich mit der Säge seinen mit Kunstblut gefüllten Gummifuß absägt und nebenbei Popcorn zu essen.

Auf die Gefahr hin, dass inzwischen jeder den Faden verloren hat, lege ich noch einen Drauf. Ich spiele Unreal Tournament 2004. Gerne! Natürlich nur mit Blutpatch, weil man es von Unreal Tournament früher auch nicht anders gewohnt war. Ich spiele es aus Spaß am Spielen, um gefordert zu werden, wenn mir langweilig ist(klar könnte ich auch Bussi Bär im Honigkuchenland spielen, nur fehlt mir da irgendwie das gewisse etwas) und ich Spiele es auch, um mich von diversem Stress des Alltags abzureagieren.
Es ist, den Medien sei Dank, zu einem allgemeinen Trugschluss gekommen: Nicht alle Killerspielspieler spielen Killerspiele, weil sie gerne Menschen töten würden und sich so darauf vorbereiten können. Im Gegenteil, Viele Spielen diese Spiele, weil ihnen hier die Möglichkeit gegeben ist, seinen ganzen Frust abzulassen, OHNE auf die Straße zu rennen und ein Massaker zu hinterlassen. Noch sind die Folgen davon auch ganz unterschiedlich. Während man für das Straßenmassaker aus dem Gefängnis gar nicht mehr herauskommt....nein, stimmt nicht...man kommt auf Bewährung frei, weil man eine schwere Kindheit hatte und psychisch labil ist.....bleibt das Morden am PC straffrei. Mal sehen wie lange noch, denn wenn einige Gesetzt durchkommen, dann wird man für das bloße Besitzen eines PCs bald auf Lebenszeit verknackt, denn man könnte ja eines dieser Spiele darauf installieren.
Werfe ich einen Blick in die Zukunft, wie sie den Politikern mit ihren ganzen Verboten vorschwebt, wird mir ganz "weiß" vor Augen(Wir erinnern uns: Weiß ist die gute Farbe): In einer fröhlich bunten Welt laufen bunt gekleidete glückliche Menschen umher. Wörter wie Krieg und Gewalt werden aus dem Duden gestrichen, den zweiten Weltkrieg hat es nie gegeben, und wenn, dann haben die anderen angefangen. Alle haben einen Job und schneiden gut in der Schule ab. Telenovelas, Teletubbies und Teleshopping sind die einzigen erlaubten Fernsehserien, denn dort kann eine heile Welt suggeriert werden. Kinderspiele und Kinderbücher sind auf dem Vormarsch, denn alle anderen Spiele, allen voran Gewalt-Strategiespiele wie Anno 1701 oder Age of Empires, werden verboten und die Besitzer sowie ehemalige Anhänger der Spiele exhumiert.
Jedem Lebensmittel werden glücklichmacher wie Speed oder XTC untergemischt, auf dass niemand auf dumme Gedanken kommt. Alle sind glücklich und halten sich an den Händen. Willkommen in einer besseren Welt.

Die Wahrheit sieht hingegen eher schwarz aus(schwarz=böse): Sobald das Verbot von Killerspielen durchkommt, wird es eine nie geahnte Gewaltwelle geben, weil viele der Killerspieler, die vorher gespielt haben, um nicht durch die Straßen ziehen zu müssen, nun doch auf Option 2 zurückgreifen, in ihrem alles zerstörenden Hass der Regierung gegenüber, die sich nicht zu helfen weiß. Ihre erste Methode: Wir verbieten auch alle Gewaltverherrlichenden Filme. Dies wird eine nie geahnte Gewaltwelle nach sich ziehen, weil sich die Fans von Gewaltfilmen den Fans von Gewaltspielen anschließen. Also MUSS ja die Musik schuld sein, denn die Leute töten ja fröhlich weiter. Das wird eine nie geahnte Welle der Gewalt nach sich ziehen, weil Hopper und Metaller plötzlich ein Bündniss eingehen und das Regierungsgebäude stürmen um Merkels Kopf auf einer CD-Spindel zu pfählen. Erinnert mich fatal ans Frankreich des 15. Jahrhunderte.

Nun gibt es natürlich mehrere Möglichkeiten, wie man das totschweigen könnte: Entweder, die Politiker schieben die Krawalle auf irgendeinen Ausländer, der gerade zur falschen Zeit am falschen Ort war, und stempeln das als terroristischen Akt ab, auf dass mehr Soldaten in den Krieg geschickt werden, den es nie gab, höchstens in den eigenen Reihen.
ODER, die Gewalt wird mit Gewalt bekämpft und es kommt täglich zu Ausschreitungen zwischen Spielern und Polizei, die den 1. Mai dagegen wie eine friedliche Demonstration aussehen lässt.

Alles in allem bringt ein Verbot von Gewaltspielen genauso viel wie ein Verbot von Alkoholverkauf an Jugendliche: Erst das Verbot macht das ganze Interessant.

So, falls noch irgendwer weiß, was ich am Anfang geschrieben habe, ich an eurer Stelle wäre vorsichtig, wenn ich das nächste Mal vor eurer Tür stehe. Ich habe Final Fantasy nämlich öfter gesehen als die beiden Killer....

Gehabt euch wohl
Cainu

PS: Ihr könnt euch denken, was ich jetzt mache…. Genau, Gewaltverherrlichende Spiele spielen und Final Fantasy nebenbei gucken! Schon aus Protest!
18.1.07 20:16


Cainus Welt - Bitte warten Sie!

Seid Gegrüßt!

Der große Tag war gekommen. Heute sollte ich gemustert werden. Trotz meines ausufernden Nachtlebens(ich nehme mir jedes Mal vor um Mitternacht schlafen zu gehen und begebe mich dann GEGEN 2 Uhr ins Bett….) ließ ich meinen Wecker zu 8:20 stellen, auf dass ich wach und ausgeruht um 13:00 Uhr im Kreiswehrersatzamt Berlin Oberspree erscheinen konnte. Zuvor allerdings frühstückte ich ausgiebig und nahm die letzte Pille meines Vorrates ein. Das passte gut, denn beim Arzt wollte ich eh noch vorbeischauen.

DIE MISSION:

Begeben sie sich zum Arzt, der zwei Häuserblocks entfernt stationiert ist, holen sie sich ihre Originalunterlagen über ihren Krankenhausaufenthalt, sowie ihre Liste aller akzeptierten Allergien ein, lassen sie sich ein neues Rezept geben und gehen sie nach Hause.

DIE AUSFÜRHUNG:

Um kurz nach zehn kam ich beim Arzt an. Der Sekretär schaute mich an und ich erklärte ihm die Sachlage. Ich bräuchte diese beiden Unterlagen wegen meiner bevorstehenden Musterung und würde sie im Verlaufe des Tages wieder zurückbringen. Da sie rechtmäßig MIR gehören und der Arzt sie mir ohne weiteres aushändigen müsste, hielt ich diesen Vorfall für eine Sache von zehn Minuten.
Der Sekretär schaute mich an, als hätte ich ihn mit einer Waffe bedroht und laut „Dies ist ein Überfall, rücken sie alle vertraulichen Daten sämtlicher Kranken heraus!“ und verweigerte mir die Herausgabe der Dokumente. Aber er würde den Arzt mal eben fragen, ich möge noch einmal kurz im Wartezimmer platz nehmen.
Hier muss kurz eingeschoben werden, dass es bei diesem Arzt so üblich ist(jedenfalls bei MIR, die anderen Kunden gehen ein und aus und haben alles in ein paar Minuten erledigt), dass ich mich in dieses Wartezimmer setze und warte….

….und warte….

….und warte….

Unter Windows könnte man jetzt sagen: „Wenn man denkt, man hat lange genug gewartet, verwandelt sich der Mauszeiger in eine Sanduhr.(Zitat Murphys Computergesetze),“, nur dass in meinem Fall der Mauszeiger unverändert bleibt.

Währenddessen lese ich ein Magazin nach dem anderen durch. Wartezeiten UNTER einer Stunde sind mir noch nicht vorgekommen bei diesem Arzt. Das an sich wäre ja nicht soooo dramatisch, denn dank der immergleichen langweiligen Fahrstuhlklassikmusik CD, die diverse neue Lieder gecovert hat, vergisst man die Zeit recht schnell. Schlimm hingegen sind folgende Umstände.

1. Die Kunden ringsumher kommen, sitzen kaum 2 Minuten im Wartezimmer und werden rangenommen. Deren längster Aufenthalt in der Praxis findet im Arztbüro statt.

2. Wenn ich dann doch endlich mal ins Büro darf wegen wichtiger Angelegenheiten, dann begrüßt man mich freundlich, bitte warte noch einen Augenblick in meinem Zimmer. Während ich dort sitze kümmert er sich um drei weitere Patienten, was seinem Job irgendwie das Prädikat eines Fast-Food-Ladens gibt. Alles schnell schnell, möglichst gleichzeitig…außer ich natürlich. Nach schier unendlichen Minuten erscheint er dann in seinem Büro, guckt mich an und sagt: „Sie sehen doch völlig gesund aus, was wollen sie hier?“ „Ich hätte gerne ein neues Rezept wegen meiner Schilddrüsenpillen, sowie …“ (an den Punkten bitte irgendetwas WICHTIGES einsetzen, zum Beispiel ein Arztzeugnis für meine Musterung o.ä.). „Ach, hier is das Rezept, für das andere machen wir noch einmal einen Termin, ihre Unterlagen habe ich ja da, aber ich brauche mindestens zwei Jahrhunderte, bis ich damit fertig bin. Also wird das nicht fertig werden bis zur Musterung. Auf wiedersehen.“


So werde ich innerhalb von 2 Minuten abgefertigt, nachdem ich 1 ½ Stunden dort gewartet und den Stuhl befurzt habe!
So auch diesmal. Ich weiß nicht, aber eigentlich hatte ich es leichter in Erinnerung, einen Arzt, der ständig von Raum A nach Raum B rennt mal kurz zu Fragen. „Der Herr Cainu hätte gerne sein Allergiezeugnis und seine Krankenhausunterlagen zur Musterung mitgenommen, kann ich sie ihm aushändigen?“ „Ja gerne“
ZACK, FERTIG! Mehr ist das nicht.

Wir erinnern uns, es war kurz nach 10 als ich hingegangen war. Um kurz nach 11(mittlerweile waren 5 Kunden minimum behandelt worden) stand ich genervt auf, ging erneut zur Rezeption und sagte dem Herren, meine Zeit sei leider sehr begrenzt. Könne ich die Unterlagen nun haben oder nicht?!
„Tut mir Leid, aber du kamst unangemeldet und musst damit rechnen, dass…“ Zu mehr kam er nicht, weil ich ihm dazwischenfuhr.
„Was ist bitteschön so schwer, kurz anzuklopfen, den Arzt um Erlaubnis zu bitten und gut ist!? Das hätte in 5 Minuten erledigt sein können, stattdessen sitze ich hier seit EINER STUNDE, so wie übrigens IMMER, wenn ich hier bin, ob angemeldet oder nicht. Ich habe besseres mit meiner Zeit vor, als länger hier zu warten. Ich sage dem Musterungsarzt dann, dass sie mir meine Unterlagen nicht aushändigen wollten, dann müssen sie sich mit denen Auseinandersetzen, ich bin es Leid!
Sprach’s und verschwand durch die Tür.

MISSION FAILED!!!

Schlecht gelaunt stapfte ich nach Hause, packte alle weiteren wichtigen Unterlagen ein und machte mich auf den Weg zum Kreiswehrersatzamt. Dort angekommen verirrte ich mich erst einmal auf dem Gelände, bis ich ein klitzekleines Schild fand(irgendwo hinter einem Baum stehend, vergraben unter einem überfüllten Mülleimer), welches mir den richtigen Weg wies. Drinnen wurde ich in den ersten Stock geschickt, wo mich gleich eine Dame in den absolut unnatürlich überfüllten Warteraum schickte. Ich lies dort meine Anwesenheit unterschreiben, man würde mich dann aufrufen.
Da ich zu früh war, musste ich natürlich eine halbe Stunde warten, glücklicherweise war ich dieses Mal darauf eingestellt. Die Personen rings um mich herum anscheinend nicht. Während links und rechts von mir zwei Personen ihren Hiphop in den Kopfhörern so laut anhatten, dass ich hätte mitsingen können, im Hintergrund noch irgendwo das Radio dudelte und uns allen die Schweißperlen im Gesichte herab liefen(die Hölle wäre verglichen mit diesem Ort die Antarktis im Winter) hörte man die Mitarbeiter der Amtes laut fluchen, dass irgendwo die Zentralcomputer ausgefallen seien, dass ein Labormitarbeiter anscheinend keine Lust mehr hatte und einfach nach Hause gegangen war und dass dementsprechend längere Wartezeiten entstehen würden.
Dies hatte das große Krabbeln zur Folge. Alle krabbelten nach Vorne und ließen sich neue Termine geben. Ich wurde derweil in ein Büro gerufen, wo die Mitarbeiterin mir jedoch nur dasselbe erzählte, nämlich, dass mit noch ein paar Stunden Wartezeit zu rechnen wäre, würde ich bleiben. Darauf hatte ich keine Lust und sie gab mir einen neuen Termin.
Den Rückweg antretend, entschloss ich mich mit dem Bus zu fahren, welcher laut Plan in 5 Minuten hätte erscheinen müssen.
Eisern harrten wir, die gegangen waren, weil wir keine Lust hatten zu warten, an der Bushaltestelle geschlagene 20 Minuten aus, weil der vorherige Bus einen Platten hatte. Wäre ich gelaufen, ich wäre schneller am S-Bahnhof gewesen….
…und hätte meinen Zug gekriegt. So hieß es weitere 20 Minuten warten. Für einen kurzen Moment fand ich die Idee nicht abwegig, einfach den Gleisen zu Fuß zu folgen, jedoch glaube ich, dass das die Bahnangestellten nicht hätten gutheißen können.

Fazit des ersten halben Tages:

Ich hätte genauso gut in meinem Bett bleiben können bis 12, mich dann gemütlich an den PC setzen und Dungeon Siege weiterspielen. Das hole ich jetzt jedenfalls nach.

Gehabt euch wohl
Cainu
15.1.07 15:53


Fantasy - Zwei Brüder

Erbarmungslos prasselte der Regen durch das Dickicht des Waldes, ließ keinen Flecken Boden, Baum und Stein trocken und übertönte jedes Geräusch durch sein unheilverkündendes Plätschern. Jedes Lebewesen mit einem funken Verstand oder dem einfachen Schutzinstinkt hielt sich so weit wie möglich von der ebenen Lichtung in der Mitte des Waldes fern, verkroch sich in einer Höhle, einem Erdloch oder suchte im Dickicht Schutz vor dem Regen und dem, was sich dort abspielen mochte. Sie waren da. Seit mehreren Minuten schon standen sie auf der Lichtung, 20 Schritte Abstand voneinander haltend und beteten stumm. Zwei Krieger, Zwei Brüder, die sich zum finalen Duell trafen. Die aschgrauen Wolken verdunkelten sich mit jeder Minute, die sie schweigend ausharrten, darauf wartend, dass ihnen ein Zeichen gesandt wurde. Keiner sprach ein Wort. Sie hatten sich nichts mehr zu sagen, nur noch ihre Klingen sollten für sie sprechen.

Das letzte Wort war vor zwei Wochen gefallen, zusammen mit der Gemahlin von Taro Mizuhika, dem älteren der beiden Brüder. Kira Mizuhika hatte wie so oft zu viel Sake getrunken. Der Alkohol hatte seinen Verstand vernebelt und ihn glauben lassen, Taros Weib würde sich zwischen die ehemals perfekte Bruderschaft der beiden stellen. Immer häufiger hatte Taro keine Zeit mehr für seinen Bruder. Waren sie vorher beinahe täglich zusammen, so traf man sich nun höchstens einmal pro Woche. Kira steigerte sich in den Streit hinein, zog sein Schwert und erschlug Taros Frau, woraufhin Taro ihm schwor, beim ersten Regentag des kommenden Monats werde im Shirakawa-Wald Kiras Leben enden!

So standen sie nun da, die Gedanken erfüllt vom Tod des Anderen, vom Ende ihrer langjährigen Freundschaft und gespannt auf den bevorstehenden Kampf. Nie zuvor hatten sie es gewagt, die Schwerter gegeneinander zu richten, weder in freundschaftlichem Training, noch einem Wettkampf oder ähnlichem. Dieses ungeschriebene Gesetz galt ab sofort nicht mehr. Sie würden sich messen und einer von ihnen würde diese Lichtung nicht mehr verlassen.
Unaufhörlich strömte der Regen vom Himmel, prasselte laut von den aus Leder und Metall bestehenden Rüstungen ab, durchnässte Haare, Haut und Boden, welcher sich in einen rutschigen Schlammbelag auflöste und den Kampf somit noch mehr behinderte. Um die Krieger herum schienen alle Farben vom dunkel des Himmels verschluckt. Einstmals saftig grüne Blätter und gesunde braune Baumstämme waren nun eins, eine graue Masse mit unzähligen Schattierungen, fließend in den Boden übergehend. Lediglich die zwei Brüder hatten nichts von ihrer Farbintensität verloren. Es schien, als strahlten sie ihre kräftigen Farben aus, als symbolisierte die Farbe ihr Lebenslicht, das heiß in ihnen flackerte. Der pechschwarze Wolkenvorhang wurde jäh erhellt, zerrissen von einem einzigen, grell gezackten Blitz, der gen Boden ragte.

Sofort stürmten die zwei Krieger aufeinander los, zogen im Lauf ihre Waffen und ließen die Klingen mit aller Wucht in der Mitte aneinanderprallen. Der Himmel schien das klirrende Geräusch durch sein drohendes Donnern und rumpeln zu untermalen, ja, verstärken zu wollen, den Kampf weit hinaustragen in die Welt. Die Gesichter der Brüder von Wut und Anstrengung verzerrt, stießen sie voneinander ab, brachten sich mit einem Satz auf Distanz, nur um erneut vorzupreschen und Stahl auf Stahl prallen zu lassen. Taro versuchte einen Hieb auf die Hüfte seines Bruders zu landen, doch dieser wich mit einer geschickten Drehung aus und schlug seinerseits nach dem Oberkörper. Er verpasste Taro einen oberflächlichen Schnitt am linken Arm, aus dem postwendend Blut sickerte. Es folgte ein unerbittlicher Schlagabtausch. Ihre Farben ließen das Grau der Umgebung noch mehr verblassen, während ihre Waffen aufeinander hämmerten. Sämtliche Gedanken wurden verdrängt vom reinen Instinkt des Überlebens. Intuitiv wichen sie aus, schlugen nach ihrem Feind, wann immer sie eine Lücke in seiner Verteidigung wähnten und parierten währenddessen einen weiteren Hieb. Verbissen kämpften die Brüder gegeneinander, voller Hass und Zorn auf sich und das unweigerlich bevorstehende Ende. Kira schlug Taro die Klinge zur Seite, sodass der Bauch ungedeckt war. Zu spät bemerkte er die dahintersteckende Finte, als er bereits nach seinem Bruder stach. Dieser drehte sich geschickt zur Seite, wobei seine Rüstung einen tiefen Kratzer hinnahm, hieb von oben herab auf die Klinge seines Bruders und rammte sie in den Boden. Kira verlor das Gleichgewicht, als Taro mit einem Tritt auf die Klinge ihm selbige aus den Händen riss. Taro rammte ihm sein Schwert bis zum Heft in den Bauch, hielt seinem Bruder nur durch das halten der Waffe aufrecht, während er ihm ins Gesicht schaute. Die Augen flackerten leicht, während aus Kiras Mundwinkeln das Blut troff. Vorsichtig tastete er nach seiner Wunde. Eine einzelne Träne rann seine Wange hinab, bevor Taro ihm entsetzt die Klinge aus dem Körper riss. Kira sank auf die Knie, sich mit einer Hand abstützend, die andere vor die Wunde haltend. Sein Blick zeigte pure Ungläubigkeit, Unverständnis über das, was soeben geschehen war.
Taro sah zuerst seinen Bruder an, dem das Blut aus der Wunde floss und dessen Farben langsam an Kaft verlor, dann auf seine Klinge, verziert mit blutig roten Schlieren, die bereits vom Regen verwischt und abgewaschen wurden und ihn packte eine Erkenntnis, so grausam, dass er kurzzeitig ins Wanken geriet.
Was hatte er nur getan….
Kira keuchte laut, spuckte Blut, die Qual stand ihm ins Gesicht geschrieben. Das allein verhalf Taro zu seinem Entschluss. Sein Bruder sollte nicht Leiden. Er sollte in Würde sterben.
Langsam, unendlich langsam, als hätte die Zeit sich gegen ihn verschworen, schritt er voran zu seinem Bruder. Blass war seine Farbe geworden, als Taro ihn entschlossen am Kopf gepackt und auf die Knie gezogen hatte. Ein letztes Mal schauten sie sich in die Augen, um Verzeihung flehend, voll von Bruderliebe und inniger Freundschaft, dann schloss Kira die Augen.
Am Himmel donnerte es gewaltig.

Unmittelbar danach drehte Taro sich um. Er wollte seinen enthaupteten Bruder nicht ansehen, wollte ihn in Erinnerung behalten, wie er ihn gekannt.
Tränen mischten sich dem unaufhörlichen Regen bei, sein Körper verkrampfte und schüttelte sich. Er lies seine Waffe fallen. Ein paar Blutspritzer im Gesicht wurden weggeschwemmt.
Wie hatte es nur so weit kommen können. Hatte sein Bruder am Ende vielleicht recht gehabt? War sein Weib schuld an all dem Leid, dass er nun widerfahren? Er erinnerte sich zurück an all die schöne Zeit, die er mit seinem Bruder verbracht hatte. Auch fiel ihm ein, wie sehr ihm die Tage gefehlt haben, als seine Frau in sein Leben trat. Doch auch sie hatte er geliebt und alles versucht, mit beiden glücklich zu sein.
Nun hatte er niemanden mehr.
Seine Frau war tot, ermordet aus Eifersucht, genommen, weil sie den Platz seines Bruders einnehmen wollte.
Sein Bruder war tot, ermordet aus Rache und mit eigener Hand, genommen, um die Ehre wieder reinzuwaschen.
Was für ein Narr war er doch gewesen. Die beschmutzte Ehre über die Familie zu stellen. Er hatte dem Kodex entsprechend gehandelt und doch alles verloren, was ihm lieb und teuer war. Seine Ehre war wiederhergestellt und doch fühlte er eine innere Leere unvorstellbaren Ausmaßes. Beide Brüder hatten in Irrglauben, das richtige zu tun, gehandelt, und so das schlimme Schicksal heraufbeschworen.
Niemand würde Taros Schmerz nun zu Lindern vermögen. Er war allein… Er hatte gesiegt und dennoch verloren, war am Leben, ohne lebendig zu sein.
So verschmolz er mit dem grauen Wald. Alle Farbe war von ihm gewichen…
9.1.07 13:47


Fantasy - Zwei Krieger

Laut prasselt der Regen durch das Dickicht
Auf die Blätter am Boden und macht ihn ganz kalt.
Lebewesen vernehme ich weiter nicht
In der Nähe der Lichtung im Wald.

Nur zwei Krieger, starr und durchnässt
Harren dort im Mondeslicht.
Für beide steht nur eines fest:
Einer verlässt diese Lichtung nicht.

Die Augen geschlossen, breitbeinig, still
So Stehen sie da.
Ein jeder den and’ren bezwingen will
Sie spüren den Tod ganz nah.

Die schwere Rüstung, das Schwert in der Scheide
Warten sie auf Gottes Zeichen.
Ein blitz durchzuckt den Himmel und beide
Beginnen von ihrem Platz zu weichen.

Sie stürmen los und ziehen blank
Droben der Himmel stürmt und rumort.
Aneinander schnellen die Klingen so schlank
Funken fliegen, ich bin betört.

Ihr Kampf gleicht einem Tanz
Voll von Wut und Rhythmus.
Sie schlagen, treten, konzentrieren sich ganz
Auf den entscheidenden Stoß.

Da, eine Lücke!
Der Krieger stößt zu!
Doch der Gegner voller Tücke
Entwaffnet ihn im Nu!

Des Gegners Klinge den Körper durchdringt
Der Krieger zuckt und atmet schwer.
Ein harter Ruck ihn in die Knie zwingt
Er spuckt Blut, sein Blick wird leer.

Der Sieger erweist ihm die letzte Ehre
Und packt den Verlierer beim Schopf.
Richtet ihn auf, als wenn nichts wäre
Und trennt ihm dann ab den Kopf.

Der Regen wäscht das Blut von der Waffe, dem Krieger, dem Boden
Die Augen des Kriegers sind gerötet.
Er vergießt Tränen in seinem schmerzvollen Leiden.
Er hat seinen Bruder getötet.

Welcher ihm einst das Weib genommen
Und die Ehre zutiefst gekränkt.
So hat er Blutrache ersonnen
Und sein Schwert mit Blut getränkt.

Die Ehre ist zwar wiederhergestellt
Sein Weib jedoch wird nicht mehr lebendig.
Der Bruder sich auch nie mehr zu ihm gesellt.
So hat er niemanden, der seinen Schmerz bändigt.

So zieht er von Dannen
Die Augen noch immer rot.
In seiner Einsamkeit gefangen
Ist er lebendig, und doch tot.
8.1.07 17:48


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